Netzwirtschaft

  Wirtschaftswachstum



Die Volkswirtschaftslehre definiert Wirtschaftswachstum als Summe aller Einnahmen innerhalb von einem Jahr für ein bestimmtes Territorium. Das Wirtschaftswachstum ist also ein Ergebnis vom Staatsgebiet (Raum) und Jahr (Zeit).

Die ökonomische Definition vernachlässigt andere Erkenntnisse über Raum, Zeit und das Zusammenwirken von Raum und Zeit. Unsere monetäre Vorstellungen „endliches oder unendliches Wirtschaftswachstum“ ist in die Begriffe Raum und Zeit zu übertragen, um ihre Gültigkeit durch andere Erkenntnissen zu überprüfen.



Endlich: Die Fähigkeit menschliche Bedürfnisse zu befriedigen ist von räumlichen Bedingungen abhängig.
Unendlich: Die Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen artikuliert sich im Zeitablauf.


Das Ganze lässt sich in verschiedenen Wirtschaftskreisläufen darstellen.

In der Abbildung 1 sind biophysikalische Abhängigkeiten aufgezeigt: Die Sonne lieferte Energie an die Erde (Raum). Durch chemisch-physikalische Prozesse (Zeit) wurde eine natürliche Realwirtschaft (Natur) aufgebaut. Der Mensch ist Teil der natürlichen Realwirtschaft.

Im Zeitablauf entfremdet sich der Mensch von der Natur. Der Mensch entwickelte eine bedarfsorientierte kulturelle Realwirtschaft (Güterkreislauf). Dennoch bleibt die kulturelle Realwirtschaft ein abhängiges Subsystem von der natürliche Realwirtschaft.

Um den Güteraustausch (Güterkreislauf) zu vereinfachen, abstrahierte der Mensch den Warenwert durch Geld (Finanzkreislauf). Durch die monetäre Abbildung der kulturellen Realwirtschaft schuf der Mensch eine Abstraktion vom begrenzten Raum und projizierte den Raum in die Zukunft (Kreditwirtschaft): Beispielsweise nimmt ein Bauer einen Kredit über künftige Pflanzerträge für den Kauf eines Mähdrescher auf. Ein Unternehmer kann so seinen Produktionsbetrieb erweitern. Und eine Volkswirtschaft kann mit Investitionen den Handel fördern.

Heute ist der Einfluss vom Finanzkreislauf für den Güterkreislauf unter Umständen systemrelevant. Im Grunde ersetzen Banken, insbesondere Notenbanken, die Sonne. Im Gegensatz zu den Banken verlangt die Sonne keinen Preis für den Unterhalt der natürlichen Realwirtschaft. Ist also eine Transferunion, analog der Sonne und Erde, ein notwendiger Entwicklungsschritt?

Bevor diese Frage beantwortet wird, widmen wir uns den Einsatzfaktoren.



  Raum



Der Begriff Raum erschließt sich durch verschiedene Sichtweisen: Wenn wir die Ecke eines Zimmers betrachten, sehen wir einen Punkt (Ecke) von dem sich der Raum in Richtung Breite, Länge und Höhe ausdehnt. Ob wir ein Zimmer, ein Haus, ein Hochhaus, … oder das Universum betrachten, unterscheidet sich nur durch die Ausdehnung.

Da bei der Ausdehnung vom Universum die Energiemenge gleichbleibt, ist der Raum korrekterweise durch die Energiemenge Eins beschreibbar. Das „Sonne-Erde-System“ unterhält die biologische Evolution. Auf der Erde entwickelten sich verschiedene Lebensräume mit unterschiedlichen Arten. In einem Lebensraum kann die Lebensdichte an Pflanzen und Arten zunehmen (Vermehrung) oder abnehmen (Sterben). Da der Verzehr von Pflanzen oder Tieren für andere Arten eine notwendige Existenzbedingung ist, ist der individuelle Tod für die Dichte vom Leben im Raum von geringere Bedeutung. Die Bedeutung wächst mit der Bedrohung der Art. Der Verlust einer Art kann die Lebensdichte im Raum noch stärker bedrohen.

Die Lebensdichte kann sich in die Breite, Länge und Höhe ausdehnen: Breite und Länge sind durch die Oberfläche der Erde begrenzt. Da für die Höhe auch biophysikalische Energiegesetze gelten, ist die Ausdehnung auf der Erde begrenzt.

Die Gesamtheit der Lebensdichte ist in folgender Abbildung dargestellt.

In Abb. 2 symbolisiert O die Längenausdehnung, U die Breitenausdehnung und N/K die Höhenausdehnung. O und U bilden die Oberfläche der Erde. Bei der Höhenausdehnung wächst N gegen K, wobei K eine unbekannte Kapazitätsgrenze ist.

Innerhalb vom Raum entfaltet sich die Lebensdichte in weitere Richtungen. Die Entfaltung der Lebensdichte ist in der nächsten Abbildung verwirklicht.

In Abbildung 3 symbolisiert O die Anzahl einer Art, U verschiedene Arten und N/K die Verarbeitung von notwendiger Energie für die Existenz. Diese Vorstellung ist auch auf die kulturelle Realwirtschaft übertragbar. In der Abbildung 4 sind betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Fragen für die Entwicklung der kulturellen Realwirtschaft beantwortet.

In der Abbildung 4 sind materielle Produktionszyklen durch „Herstellung, Anwendung und Recycling“ dargestellt und in der Energiedichte zusammengefasst. Für betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Entscheidungen sind folgende Fragen relevant:

  1. Wie oft kann ein Produkt angewendet werden?
  2. Wie effizient kann ein Produkt hergestellt werden?
  3. Wie können die Materialien vom Produkt wiederverwendet werden?
  4. Wie lange sind materielle Produkte im Raum existent?

Aufgrund dieser vier Fragen ist die Symbolik anzuwenden. Frage Eins ist mit O zu beantworten: Entweder als Anzahl der Produkte oder als Mehrfach Anwendung (Bspw. O = 5); Frage Vier ist mit U (Bspw. CO2 verbleibt in der Atmosphäre U = 50 Jahre) zu beantworten; Frage Zwei ist mit Herstellung N/K (Bspw. Ein Stahlproduzent verarbeitet das angelieferte Eisenerz zu N/K = 90 %) zu beantworten; Frage Drei ist mit Recycling 1/R (Bspw. Bei der Papierproduktion wird Altpapier wiederverwertet. Der Anteil von Altpapier ist 80 %. Dann ist 1/R = N/K mit 80 %) zu beantworten.

Die Produktionszyklen sind in der Energiedichte zusammengefasst. Da die kulturelle Realwirtschaft sowohl materielle und immaterielle Güter kennt, ist die materielle Vorstellung mit immateriellen Gütern zu erweitern. Im Grunde kann die Symbolik der Energiedichte für immaterielle Güter genutzt werden. Dann ist O die Anzahl der geistigen Produkte, U die verbliebene Dauer im Lebensraum und N/K der Einsatz von Geist. Allerdings ist auch der Einsatz nicht größer als Eins.



  Zeit



Die Zeit ist eine weitere Form der Ausdehnung. Sie beginnt am Anfang und läuft bis an das Ende. Normalerweise teilen wir die Zeit in Jahre, Monate, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden ein. Wenn wir Zeit als Geschwindigkeiten wahrnehmen, ergibt sich eine neue Sichtweise: Bspw. fahren zwei Autos mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in die gleiche Richtung. Entweder fährt der Schnellere dem Langsameren davon oder der Schnellere holt dem Langsameren, der früher Startete oder in räumlicher Entfernung gestartet ist, ein. Da wir in der monetären Abbildungen (Kapitalismus) Wachstumsraten in Prozent und Kreditzinsen in Prozent messen, symbolisieren die Raten und Zinsen unterschiedliche Geschwindigkeiten, die sich in die gleiche Richtung (Zeitablauf) bewegen.

Das heißt: wenn die Einnahmen schneller als die Ausgaben fließen, gibt es keine Liquiditätskrise; wenn eine Wirtschaft schneller wächst als die Zinsen für Kredite, gibt es keine Liquiditätskrise. Umgekehrt entstehen zwangsläufig Liquiditätskrisen. Die räumliche Ausdehnung der Wirtschaft spielt für das Ergebnis „Liquiditätskrise: ja oder nein“ keine Rolle. Die Evolution kann auch in die chemisch-physikalische, biologische und kulturelle Evolution (Zivilisation)“ eingeteilt werden. Bei der biologischen und kulturellen Evolution können verschiedene Geschwindigkeiten wahrgenommen werden. Die Schnellere kulturelle Evolution holt womöglich die biologische Evolution, die den existenziellen Lebensraum für Menschen bildete, ein. In diesem Fall sprechen wir von einer Konvergenzkrise. Wenn die Zeit unterschiedliche Evolutionsschritte bei gleicher Energiemenge hervorbringt, ist auch ein neuer Evolutionsschritt denkbar. Dabei ist die Energiedichte N/K auf (N + 1) / (K + 1) zu vertiefen.



  Dichtestress



Logistik ist die Lehre von der Überbrückung von Raum und Zeit. In der theoretischen Logistik stellen wir Raum und Zeit als Netz dar. Die Leistung vom Netz beschreiben wir mit der Formel (A * (1 – A)), wobei A eine Zahl zwischen Null und Eins ist. Das heißt: in einem Netz (Bspw. Infrastruktur für PKWs) kann die Anzahl der PKWs bis an das räumliche Netzoptimum (A = 0,5) wachsen. Danach kann sich die Anzahl der PKWs erhöhen. Die Erhöhung senkt allerdings die Leistung vom Netz. Die Zeit drückt sich im Netz durch die Geschwindigkeit aus. Die Leistungsfähigkeit ist hier abhängig von der individuellen Leistung. Wenn die Verkehrsdichte sich dem Netzoptimum nähert, ist folgende Entwicklung zu beobachten. Bei einer zweispurigen Infrastruktur teilt sich der Verkehr in eine schnellere und langsamere Fahrspuren auf. Je dichter der Verkehr, desto riskanter wird ein Spurwechsel. Ob ein Schnellerer einen noch Schnelleren auf die langsamere Fahrspur platzmacht oder ob ein Langsamerer auf die schnellere Fahrspur wechselt, ist für das Risiko von Unfällen irrelevant. Das Verhalten entsteht auch bei mehr Fahrspuren. Auffallend ist, dass bei diesem Raumproblem die Anzahl von PKWs, die mit einer mittleren Durchschnittsgeschwindigkeit fahren, sich in zwei extreme Geschwindigkeiten aufspalten. Diese Entwicklung „mehr Arme (Langsamere) und Reiche (Schnellere)“ ist auch im Finanzkreislauf zu beobachten. Die historische Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg, Zweiten Weltkrieg und Heute beginnt mit der gesellschaftlichen Spaltung (Rückgang einer Mittelschicht), geht weiter in einer Finanzkrise, springt über auf die Realwirtschaft und mündet in einem Weltkrieg. Ist Heute ein künftiger Krieg aufgrund eines Raumproblems alternativlos? Auch vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg glaubten Ökonomen an die wirtschaftliche Vernunft ihrer Lehre. Im Zweiten Weltkrieg war das Raumproblem für Deutschland ein Kriegsgrund:

Allerdings irrte „Hitlers-Deutschland“: Nachdem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich die leistungswirtschaftliche Kapazität auf der Erde. Ein weiterer Krieg ist nicht Alternativlos! Um einen möglichen Krieg zu verhindern, sollte sich rechtzeitig eine höhere leistungswirtschaftliche Kapazität etablieren. Nach der theoretischen Logistik ist die Leistungskapazität von Netzen nicht Unendlich steigerbar. Für das bestehende Raumproblem sind zwei Ursachen denkbar :

  1. Der Planet Erde kann eine wachsende Menschenmenge nicht tragen.
  2. Die Leistungskapazität vom Planet Erde schrumpft, da die kulturelle Realwirtschaft die natürliche Realwirtschaft (biologisches Netz) einholt und belastet (Klimawandel).



Theoretisch sind vier Alternativen möglich:

  1. Reduzierung der Menschenmenge.
  2. Stabilisierung der Menschenmenge in ein Fließgleichgewicht von Neugeburten und Sterbenden.
  3. Bewahrung der leistungswirtschaftlichen Kapazität vom Planet Erde.
  4. Erhöhung der leistungswirtschaftlichen Kapazität.


Wenn die erste Ursache stimmt, ist Alternative Zwei und Vier mit einer Wertschätzung der Menschen verbunden. Allerding ist Vier eine elegantere Lösung. Wenn die zweite Ursache das historische Geschehen determiniert, ist Alternative Zwei vergebliche Mühe, Alternative Drei notwendig, Alternative Vier anzustreben und Alternative Eins ein politisches Versagen. Unsere allgemeinen Vorstellungen von Zeit und Raum bilden ein Netz: Von einem Punkt Alpha (erste Ecke) fließt die Zeit nach einem Punkt Omega (folgende Ecke). In der Ecke spannt sich ein Raum (Länge, Breite und Höhe auf). Der Raum ist nicht größer als Eins. Innerhalb vom materiellen Raum existiert eine natürliche und kulturelle Realwirtschaft. Die kulturelle Realwirtschaft ist buchungsmäßig in Abbildung 4 erfasst. Innerhalb der kulturellen Realwirtschaft gibt es das Risiko von Konvergenzkrisen. Das Ganze ist in folgender Abbildung 5 visualisiert.

In Abbildung 5 entwickelt sich die Zeit von Alpha nach Omega. Damit erhöht sich die leistungswirtschaftliche Kapazität vom Raum N/K nach einen Raum ((N + 1) / (K + 1)). Theoretisch ist das die Lösung mit der größten Wertschätzung von Menschen. Praktisch war die gelöste Krise „Zweiter Weltkrieg“ ein politisches Versagen. Die bestehende Krise reicht von instabilen Finanzmärkten (Bspw. Blasen, Staatsschulden, etc.) über geschwächte kulturelle Realwirtschaften (Bspw.: Rezessionen, Deflationen, etc.) bis hin zur denkbaren Klimakatastrophe. Je später eine Lösung eintritt, desto wahrscheinlicher wird Alternative Eins. Eine Transferunion hilft im besten Fall dem Finanzkreislauf. Sie ist, so wie in der öffentlichkeit diskutiert, keine Lösung für das Raumproblem. Im Grunde ist eine Analogie vom „Sonne-Erde-System“ eine praktischere Lösung. Für die „Erde“ entwickelte ich die Netzwirtschaft: Sie führt Buch über die kulturelle Realwirtschaft. Und für die „Sonne“ entwickelte ich den Fokus im Netz.